Ihr seid keine Helden

Thursday, 22 September 2011
Day 249 / 7 August 2011 / Helden?, originally uploaded by validd.

Es stößt mir auf, wenn Sportler als Helden bezeichnet werden. Hier besonders wegen der Krieger-Ästhetik. Ich erinnerte mich an eine Stelle bei Klemperers „Lingua Tertii Imperii“ bei diesem Plakat: „[...] [I]m ganzen stehe ich dem Heldentum gerade dieser beiden Beraufsgruppen [Sportler und Soldaten] skeptisch gegenüber. Es ist beides zu lautes, zu gewinnbringendes, die Eitelkeit zu sehr befriedigendes Heldentum, als dass es häufig echt sein könnte.“ Überhaupt fällt einem immer wieder auf, wie sehr die Sprache des Nationalsozialismus gemein hat mit der Werbe-, der PR-Sprache von heute. Das soll nicht sagen, dass Werbesprache faschistisch ist – das zeigt Klemperer ganz gut, dass man den Kontext, das Drumherum relative breit miteinbeziehen muss, wenn man sich mit Sprachexegese beschäftigt, denn das gleiche Verfahren kann je nach Kontext auch was anderes bedeuten – es ist aber interessant, wie manipulativ man mit Sprache umgehen kann und wie unauffällig das im täglichen Umgang ist. Man wird blind und taub. Das Buch ist deshalb nicht nur historisch interessant – was es durchaus ist, mir gefällt Klemperers unsentimentaler Blick die Zeit des Nationalsozialismus, die er als Jude in Dresden trotz Repressalien überlebt hat –, sondern auch als Sprachgebrauchsanalyse, die durchaus zeitgenössisch ist. Wie viele LTI-ismen wir heute noch gedankenlos verwenden!

Es gibt ja die Kategorie “The past is a foreign country” in diesem Blog. Wenn man Klemperer liest, dann wird dieses fremde Land doch plötzlich zum bekannten.


Fukushima

Tuesday, 22 March 2011

I sit here and read all the articles that I can find about Japan and the nuclear plant that is acting out. It’s ten days now. I know it’s a bit obsessive. German angst. I’m not afraid of the consequenses here because it is too far away that we will get any fallout, it’s more the general armageddon feeling that I seem to crave even though at the same time I fear it. Weirdly contradictory.


Monday, 21 March 2011

“the madeleines of our very own temps perdu”


Und wieder à la recherche

Tuesday, 21 September 2010

21. September 2010
17:48
Köln – Wuppertal

Ich hab verstanden, dass die Kaffee-Verkäuferin in der Bahn, die mit ihrem Wagen durch den Mittelgang läuft und die Waren anpreist, gesagt hat: Kaffee, Tee, heiße Getränke, Sex, Sandwich, und war verblüfft, dass niemand aufspringt und sagt, ja, hier Sex. Aber sie meinte nur Snacks.

Wir fahren vorbei an Leverbusch oder so ähnlich.

Das nächste Mal, wenn ich in diese Gegend komme, verlängere ich um 2 Tage und fahre nach Mettmann. Versprochen.

Außerdem brauche ich ein Auto um Wenders-mäßig durch West-Deutschland zu gurken und melancholisch zu sein.

Ein Fabrikgebäude mit Namen Deutsche Plasser und orangefarbenen Quadraten

Jetzt durch Opladen. Hier war wohl mal mehr los. Stillgelegte Gleise.

Schon schön hier. Vor allem sind die Bäume noch komplett grün. In Berlin fangen sie an gelb zu werden (gibt‘s da ein Wort für? Verwelken?) Jedenfalls fängt da der Herbst an. Hier ist noch normal. Sommer. Find ich besser, wenn ich ehrlich bin. Herbst wird überbewertet.

Solingen Hbf.

Hach. Ich will wirklich nach Mettmann. Jetzt.

Wohin:
- Jugoslawischer Klub
- Kino
- Evangelische Krankenhaus
- Konrad-Heresbach-Gymnasium
- Grundschule Herrenhauser Str.
- Oben die Ecke spazieren gehen in den Feldern
- Segelflugwiese da Richtung Ratingen
- mit dem Bus nach Düsseldorf fahren
- alte Stadtbücherei
- jugoslawische Schule (die war in so einer Grundschule im Schnellbau in der Innenstadt)
- Stadtwald
- aber über die Felder spazieren im Norden, zu den Höfen und zum Reiterhof (ich weiß nicht, ist es im Norden, Richtung Düsseldorf jedenfalls, links von der B7)
- Metzkausen

Jetzt fängt‘s an so auszusehen. Mit rolling hills. Weil es war da nicht so flach. Gleich nach Köln war‘s völlig flach. Jetzt fängts eher an, nach Bergischem Land auszusehen.

Schild
Abz. Linden

Wuppertal-Vohwinkel

Ist das schön, es gibt ein Viertel von Wuppertal, das Steinbeck heißt

18:18 Wuppertal Hbf

In Wuppertal habe ich gelernt mit Messer und Gabel zu essen. Ich muss schon 8 oder 9 gewesen sein. Wir waren mit dem Kindergarten/Hort im Zoo, nur die großen Kinder, also die Schulkinder. Ich war da und Dani glaub ich, und Doro. Meine Mutter muss noch Fotos haben. Es hat ziemlich geregnet. Wir hatten immer zu kleine Sachen an, Dani und ich. Es gibt viele Fotos, auf den wir komplett rausgewachsen waren. Und da hat uns Schwester Gustel das gezeigt. Meine Eltern haben mir das nie gezeigt, da sie‘s wahrscheinlich selbst nicht konnten. Man macht das ja nicht so in Serbien.

Mehr muss ich ja jetzt nicht mitschreiben, weil nach Wuppertal kommt ja nichts mehr, das ich kenne.

Ennepetal sieht toll aus. Liegt im Tal und der Zug fährt am Hang oben drüber, so dass man einen Blick hat (so dass meinen Blick hat – meinen = man einen)

18:33 Hagen

Wir fahren durch eine Ebene direkt über eine Flussgabelung – die Brücke ist unmittelbar vor der Gabelung. Im Hintergrund Hügel/Berge.

Nebenher lese ich einen Artikel von Elif Batuman über Mark McGurls „The Programme Era“ in The London Review of Books. Titel „Get a real degree“

http://www.lrb.co.uk/v32/n18/elif-batuman/get-a-real-degree

Wir fahren durch ein großes Bahngelände in Schwerte/Ruhr. Kein Halt.

Wir fahren durch Holzwikede oder so ähnlich.

Oh, schön. Die Sonne geht unter und scheint durch diesigen Nebel zwischen Obstbäumen. Goldener Dunst

Vor Hamm

Jetzt ist wieder anders hier. Das fühlt sich nicht mehr bekannt an.


I write like …

Friday, 16 July 2010

I write like
Kurt Vonnegut

I Write Like by Mémoires, Mac journal software. Analyze your writing!

I’ve never read anything by Vonnegut – but I guess it could be worse, like Dan Brown.

I pasted another story and got this

I write like
Chuck Palahniuk

I Write Like by Mémoires, Mac journal software. Analyze your writing!

That’s better. I actually like him. Ok, I couldn’t resist and checked still another story, and … tada:

I write like
James Joyce

I Write Like by Mémoires, Mac journal software. Analyze your writing!

All old(ish – Palahniuk isn’t that old) white guys. Whatever this tells me.


Learn to be a journalist

Wednesday, 6 January 2010
Learn to be a Journalist

davidfg on flickr cc-by-nc


humble

Tuesday, 17 November 2009

I know I am ugly but I glow in the dark

Berlin Warschauer Straße, November 2009


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